Clickern
Genau wie wir, lernen auch Pferde ständig Neues.
Verhalten das ein Erfolgserlebnis vermittelt, wird wiederholt.
Viele Verhaltensweisen der Pferde, die wir als dominant, stur, faul, böse oder ängstlich bezeichnen, sind in Wirklichkeit nur erlernte Verhaltensmuster, die zufällig entstanden sind oder unbewusst antrainiert wurden.
Die bewusste Anwendung der Lerntheorie macht es uns möglich, unter die Oberfläche zu blicken und zu differenzieren, was dort tatsächlich passiert.
Beim Clickertraining trainieren wir Verhalten durch positive Verstärkung
Ein Verhalten ist etwas, was das Tier "tut". Es bewegt sein Bein, es dreht den Kopf, es geht aus der Box, es geht auf den Hänger oder es steckt seinen Kopf in das Halfter ...
Verstärkung ist etwas, das dazu führt, dass ein Verhalten vermehrt auftritt.
Positive Verstärkung bedeutet, dass etwas hinzugefügt wird, was das Pferd veranlasst, das verstärkte Verhalten zu wiederholen.
Beispiele für positive Verstärker sind Anerkennung und Lob, Aufmerksamkeit und Sozialkontakt, positive Emotionen, Freilauf, trinken wenn Durst vorhanden ist oder Nahrung.
Im Vergleich dazu bedeutet negative Verstärkung, dass ein Verhalten wiederholt gezeigt wird, wenn ein Reiz entfernt oder weggenommen wird. Man nimmt etwas weg, das unangenehm ist. Das Pferd fühlt sich erleichtert und die Situation wird angenehmer. Sie hat sich von unangenehm in neutral geändert. Negative Verstärker sind z. B. das entfernen von unangenehmen Situationen, von Enge, von getrieben werden usw.
Ich möchte noch einmal betonen, dass in der Bezeichnung "positiv" und "negativ" hier keine Bewertung von "gut" und "schlecht" liegt, sondern das es hinzufügen und wegnehmen bedeutet.
Wir arbeiten mit unseren Tieren unbewusst immer mit positiver oder negativer Verstärkung. Einen großen Vorteil hat man natürlich dann, wenn man weiß was man tut.